Die mit den Handtaschen

An die christliche Gemeinde dieser Stadt! An interessierte Heiden.

Ob BRD, VSA, SWA oder AU (1), weltweit stehen Christen in der Abendmesse als lange Reihe vor dem geweihten Priester, der uns wie Jesus seinen Leib reicht. Es ist kein weiter Weg, nur von der Kirchenbank, der Kniebank die wenigen Meter bis zur Kommunionbank vor dem Altar. Dort, wo der Priester steht und die Vereinigung mit Jesus stattfindet.

Auf den Metern des Gedenkens an die letzten Worte des Priesters, den Kommunionvers. Jetzt ist gleich der Moment der Vereinigung mit Jesus – dem Jesus Christus.

Mann und Weib (2) stehen in dieser Schlange des Wartens. Ich beobachte einige Weiber, die ihre Handtasche aus der Kirchenbank mitnehmen. Diese Handtaschen hatten kurz zuvor noch ihren Platz an einem Haken in der Kirchenbank.

Wie gewohnt aus der Welt ist der Riemen der Handtasche über die Schulter geworfen. Ist da nicht eine, die den Riemen des Geschulterten mit einer Hand umgriffen hat und ihren Daumen auf der Riemenrückseite als Gegenlager dagegenstemmt? So werden bei der Bundeswehr die Gewehrriemen für die Promenade gefaßt. Die Handtasche als Waffe gegen was? Mein Blick senkt sich wieder auf die Absätze des vor mir Stehenden.

Denkt das Weib in der Warteschlange daran, ob es auch alles in der Tasche dabei hat? Für was eigentlich? Lebensnotwendige Medikamente fehlen? Lippenstift und Spiegelchen, Hunde- und Männerabwehrsprüher? Einkaufskarten für zu sammelnde Prämienpunkte?

Könnte ihr etwas wertvolles aus der Tasche geklaut werden? Sind wir alle anderen des potentiellen Diebstahls verdächtig? Wir sind doch alle Christen, die dürfen doch nichts stehlen!

Traut sie ihrem Nächsten nicht, ist es der Ausdruck dessen, daß sie sogar dem Herrn nicht traut? Sie glaubt ihm die Engstelle in der Hl. Kommunion nicht? Glaubt das Weib nicht an das christliche Gebot?

Was wäre, wenn wir alle splitternackt, zurückgeworfen auf uns selbst oder nur mit leichtem Lendenschurz, zum Leib Christi gingen? Wie unangenehm mir dieser Gedanke ist.

Die Entsendung der Jünger zur Verkündigung. Sie haben kein Geld, keinen Proviant dabei, sie dürfen sogar unterwegs keinen grüßen (3):

2 Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte.
3 Gehet hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer inmitten von Wölfen.
4 Traget weder Börse noch Tasche, noch Sandalen, und grüßet niemand auf dem Wege.
5 In welches Haus irgend ihr aber eintretet, sprechet zuerst: Friede diesem Hause!

Sind wir Christen nicht arglose Schafe und ist die Unterstellung gebotswidrigen Verhaltens nicht schon das Machwerk des unreinen Geistes?

Herr – wie unterscheide ich die Geister? Ich denke an meinen Mantel oder die Hosentasche. Was ist mit mir? Aus meinem Haustürschlüssel, etwas Kleingeld und einem Taschentuch gelingt es mir nicht den Hype zu machen, welcher die Handtasche dem gleichstellt.
Herr – Du weißt, daß die menschliche Gleichstellung ein geschickt angestellter Selbstbetrug ist. So wie ein Weib nie ein Mann sein kann, wird eine riemenbewehrte Handtasche mit Wertgut auf dem Weg zur Hl. Kommunion nie ein Mantel sein. Hier berührt mein Glaube die harte Realität – den Handtaschenmammon will Jesus nicht.

Ein schrecklicher Gedanke gerade: Das Weib empfängt den Hl. Leib unseres Herrn mit den Händen, tut so als ob sie es in den Mund legen würde, läßt es aber gekonnt in der Tasche verschwinden!

Was muß unser Herr nicht noch alles durchstehen! Eingezwängt in die Beklemmnis einer erdrückenden und verschlossenen Lederhülle voller Fussel und Krümel. Zwischen zeitgemäßen Kreditkarten, Lippenstift, Wangenpuder, Lutschbonbons und einem hochmodernen Funkgerät zum Wegwischen.
Beißender Parfümgeruch, der mir bei geringerer Konzentration schon den Pelzbelag auf die Zunge wirft und mir das Messer in den Kopf sticht. Oftmals sitzt solch ein Weib ein oder zwei Bänke vor oder hinter mir. Ich zwinge mich in der Regel das auszuhalten und setze mich nicht in eine entfernte Kirchenbank um, obwohl ich das liebend gerne tun würde. Ich glaube der Herr will das nicht! Er will, daß ich mich dem aussetze, sonst mache ich mich zum Aussätzigen, der dem raumgreifenden Herrschaftsanspruch des Weibes dient. Genau so, wie mich ein geschulteter Geldsack Anderer nicht von der Hl. Messe abhält.

In einer kleinen Kirche aus einer Gemeinde dieser Stadt sah ich dieses Weib mit ihrem kasernierten Leib Christi, der ich mich nicht in den Weg stellte. Oft denke ich daran, ich hätte es besser getan. Sie hielt den Hl. Leib Christi noch in der Kirchenbank in ihren beiden Händen, anstatt ihn in den Mund oder in die Hand legen zu lassen – zur sofortigen Einnahme! Nichts davon tat sie.

Kardinal Bessarion (4) beschrieb Thomas von Aquin so:
Thomas ist unter allen Heiligen der Gelehrteste und unter allen Gelehrten der Heiligste.

Analog dazu ist für mich:
Die Hl. Kommunion ist unter den Sakramenten die Heiligste und von allem Heiligen ist sie das Sakramenteste. Sie vereinigt geistig und körperlich den Höchsten im besonderen Moment der Hoch-Zeit. Dieser höchst besondere Moment ist ein Nadelöhr. Dazu sagt Jesus: (5)

23 Und Jesus blickte umher und spricht zu seinen Jüngern: Wie schwerlich werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes eingehen!
24 Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Jesus aber antwortete wiederum und spricht zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es, daß die, welche auf Güter vertrauen, in das Reich Gottes eingehen!
25 Es ist leichter, daß ein Kamel durch das Öhr der Nadel gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes eingehe.

Leben – Mitten auf dem Wochenmarkt in diesem Stadtviertel sehe ich massenhaft Taschen, Handtaschen, Rollwagen, Lasten, ein Erdreich für gezückte Portemonnaies. Dort meine Frage an den Aussteller K.F. Alex, der täglich von unterschiedlichsten Taschen umgeben ist, was denn so alles in weiblichen Handtaschen herumgetragen wird. Er assoziiert spontan:
„Ihr Leben, sie haben ihr Leben darin!“
Hier geht es also nicht mehr um taschenfähige Kleinigkeiten! Leben ist ein ganz großer Begriff. Wie naheliegend ist Er, zu dem alles zusammenläuft? Die Bedeutung der vom Weib mitgeführten Handtasche zu unserem Herrn ist anzuschauen aus der Sicht Seines Seins: Weg – Wahrheit – Leben (6):

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken,
und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.
Denn wie der Himmel höher ist als die Erde,
so sind meine Wege höher als eure Wege und
meine Gedanken als eure Gedanken.“

In Wahrheit betrifft es uns alle, Mann und Weib. Wie laut ist das Geschrei unter dem Dach der Relativisten: „Das Problem hat ja jeder!“, „Wer kann denn schon sein wie Jesus!“, „Kehre du vor deiner eigenen Tür!“, „Jesu‘ Worte kann man so, aber auch so verstehen!“ und so weiter.
Nein ihr Fahnen im Wind! Windeier! Keine Taschenspielertricks! SEIN Weg ist nicht unser gewohnter Pfad, Wahrheit keine relative Gefälligkeit und ein Leben unter dem Kreuz ist kein zeitgemäßer Werterhalt.

Mann! Bruder. Weiber, Schwestern im Geiste! Ist es Dir so fremd im heutigen Zeitgeist, daß die christliche Wachsamkeit eines Mannes Dir den beschriebenen Verhalt ans Herz legen kann? Dieser bleibt allerdings, auch wenn er bei Dir keine offene Tür findet. Du Weib und ich, wir müssen wachsam sein und immer bereit, offen zu sein für den Willen unseres Herrn.

Vergelt‘s Gott

May

Mittwoch in der 1. Woche der Fastenzeit 2020

(1) Kürzel stehen für Länderkennungen: BRD = Bundesrepublik Deutschland, VSA = Vereinigte Staaten von Amerika, SWA = Süd-West Afrika und AU = Australien.
(2) Begriffsverwendung Mann/Weib analog zu männlich/weiblich.
(3) Lukas 10, 2 – 5. Bibel, Elberfelder 1905.
(4) Kardinal Bessarion, † 1472. Kathpedia – die freie katholische Enzyklopädie 2020.
(5) Markus 10, 23 – 25. Bibel, Elberfelder 1905.
(6) Jesaja 55, 8 – 9, Bibel Einheitsübersetzung 1980.

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