Gegenappell – Nachricht an Bischof Stefan Oster

Nach dem Appell von Bischof Oster am 15.11.2021 „Warum ich für die Impfung bin – ein erneuter Appell“ habe ich einen Kommentar in seinen Block geschrieben. Da ich mich gegenteilig geäußert habe, bedanke ich mich beim Herrn Bischof für die Veröffentlichung.

 

Sehr geehrte Eminenz,
sehr geehrter Herr Bischof Oster,

 

Zitat: „Warum aber scheint es so, als würde gerade bei manchen Menschen, denen ihr Glaube besonders wichtig ist, die Impfskepsis bisweilen auch besonders ausgeprägt?

 

Ihre Frage hat mich als Spätkonvertit beschäftigt. Aus meiner Sicht läßt sich die Beantwortung nur mit Glaube und Vernunft schwerlich herbeiführen, denn wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann sprechen Sie eben jenen, Zitat „denen der Glaube besonders wichtig ist“, nichts davon ab und so unvernünftig erscheinen die „Impskeptiker“ ja auch nicht zu sein. Mich interessierte die Schnittstelle von Glauben und Vernunft und in meiner gedanklichen Recherche bin ich über die Kompliziertheit auf den einfachen Kern gestoßen: es ist die Wahrheit.

 

Ja, die Wahrheit ist Jesus Christus und damit spreche ich denjenigen ihren Glauben an unseren Erlöser nicht ab, der den „nicht Impfskeptischen“ nicht „ganz so besonders wichtig“ sein könnte. Ich denke der Unterschied ist dort, wo man mit der Wahrheitssuche aufhört. Halten Sie es für möglich, daß das, was die Welt als Ursachen und Wirkungen für das Heilsversprechen anbietet, unzulänglich sind? Mache ich es mir da zu einfach, wenn ich radikal die Welt als Lügennest der himmlischen Wahrheit gegenüberstelle?
Vereinfacht gesagt: Glaube ich dem gesellschaftlich anerkannten Konsens über einen Verhalt oder bin ich im Vertrauen ganz persönlich auf den Heiland gerichtet? Je nach dem kommt man in ganz andere Fragestellungen hinein. Meine zentrale Frage war bspw. vor eineinhalb Jahren, kurz vor der Maskenpflicht: „Herr – soll ich wirklich bis ans Ende meiner Tage Angst haben und vor einem Virus davonlaufen?“ oder „…mein ganzes Leben lang habe ich mich vor Dir versteckt – Herr – mein Angesicht werde ich nie mehr vor Dir verbergen.“ Was die (nicht-chr.) „Impfbefürworter“ dazu sagen ist mir bekannt.

 

Abschließend noch meine Beobachtung, die ich in diesem Kontext noch nicht sauber einordnen kann, sie aber eventuell in meiner interessanten diesbezüglichen Verwirrung für zielführend halte. In meinem heidnischen Umfeld kann ich weder jemanden vom chr. Glauben, noch zur Seuchenskepsis überzeugen. Als Auflösung dieses kleinen Frageknäuels deucht mir lediglich eine Ahnung, die das grundexistentielle Dasein betreffen kann. Es ist wohl noch ein Geheimnis.

 

Hochachtungsvoll,
Vergelt’s Gott
May Tupac